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Was können Läufer und Triathleten von den Kenianern lernen?

Veröffentlicht am 18.09.2018

Der dreifache Masters Weltmeister Peter Bii (Foto: Bismarck Ronoh) Der dreifache Masters Weltmeister Peter Bii (Foto: Bismarck Ronoh)  

Eliud Kipchoge stellte am Sonntag mit 2:01:39 Stunden einen neuen Weltrekord auf. Der bisherige Rekordhalter (Dennis Kimetto) kommt ebenfalls aus Kenia. Viele Ausdauersportler staunen über diese Leistungen, da die Zwei-Stunden-Marke immer realistischer wird. Wer von uns hätte das noch vor 10-20 Jahren für möglich gehalten? Doch was machen die Kenianer anders, um so viel schneller laufen zur können als die Europäer?

 

Um diese Frage beantworten zu können, werfen wir zuerst einen Blick auf die Trainingsbedingungen. Viele Kenianer leben in kleinen Dörfern und mussten bereits in ihrer Kindheit lange Strecken laufen. Einfache Schulwege von 10 km und mehr sind keine Seltenheit. Da oftmals wenig Geld für Schuhe zur Verfügung steht, müssen die Schulkinder die Strecke teilweise barfuß absolvieren. Das führt dazu, dass die Ostafrikaner bereits in ihrer Jugend viele Kilometer abspulen. Mit dieser Ausdauerbasis in den Beinen haben sie es deutlich einfacher als ihre Konkurrenten aus Europa, die größtenteils mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fahren oder selten mehr als 1-2 km gehen müssen. Es wird deutlich, dass die Europäer bereits im jungen Erwachsenenalter einen erheblichen Rückstand aufweisen, den sie nur schwer aufholen können.

 

Die geographische Lage ist ein großer Vorteil für die kenianischen Läufer. Im Westen des Landes befindet sich das kenianische Hochland, wo Höhen von 2.000 Metern und mehr keine Seltenheit sind. Die Kenianer haben somit auf natürliche Art und Weise ein ganzjähriges Höhentraining. Durch den Sauerstoffmangel in der Höhe muss der Körper mehr rote Blutkörperchen bilden. Anschließend kann er mehr Sauerstoff transportieren. Bei Belastungen im Flachland (wie z.B. beim Marathon in Berlin) kann die Muskulatur also mit einer größeren Sauerstoffmenge versorgt werden, wodurch die Leistungsfähigkeit steigen kann.

 

Betrachten wir uns nun den Körperbau der Ostafrikaner, so fällt uns auf, dass sie relativ lange und dünne Beine besitzen. Da diese jedoch beim Laufen bewegt werden müssen, wird durch die geringere Masse weniger Energie benötigt. Die Kenianer können dadurch ökonomischer laufen. Forscher der Universität Kopenhagen beziffern den Vorteil auf acht Prozent. Sie haben Nachwuchsläufer der besonders erfolgreichen Stammesgruppe Kalenjin mit gleichaltrigen dänischen Jungen verglichen.

 

Ein wichtiger Antriebsfaktor für die Kenianer ist die Flucht aus der Armut. Sie entwickeln häufig einen unbändigen Willen und sind bis in die Haarspitzen motiviert, um ihren Lebensstandard zu verbessern. Statista schätzt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Kenia und das Jahr 2018 auf rund 1.800 US-Dollar pro Kopf. Damit kommen im Schnitt 25 Kenianer auf das gleiche BIP wie ein Deutscher. Durch den Sport haben die Afrikaner die Chance, sich den Wohlstand zu erarbeiten. Sie schließen sich oft zu großen Trainingsgruppen zusammen, um ihr gemeinsames Ziel zu erreichen. Die Athleten können so ihre Trainingsqualität erhöhen und letztendlich ihre Leistung verbessern.

 

Fazit: Gerade im Bereich der Motivation können viele Sportler was von den Kenianern lernen. Sie arbeiten mit Gleichgesinnten hart an ihrem Erfolg und nutzen dabei das Höhentraining, das sie durch die Topographie von Geburt an kennen. Der genetische Vorteil hilft ihnen zusätzlich.  

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