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Warum ist ein Trainer so wichtig?

Veröffentlicht am 02.10.2017

Shahab "Shako" Rahmanpour und Michael Kraus beim Stadtlauf Nürnberg 2017Shahab "Shako" Rahmanpour und Michael Kraus beim Stadtlauf Nürnberg 2017

 

Seitdem es das Internet gibt, ist die Verbreitung von standardisierten Trainingsplänen immer größer geworden. Mittlerweile existieren sogar zahlreiche Apps, die kostenlose Pläne erstellen. Viele Sportler stellen sich die Frage: Können standardisierte oder computergenerierte Trainingspläne die individuellen Pläne eines Trainers ersetzen?

 

In den allermeisten Fällen berücksichtigen allgemeine Pläne nicht die Stärken und Schwächen des jeweiligen Athleten. Jeder Sportler hat ein anderes Leistungsprofil. Demnach ist es auch nicht sinnvoll, wenn zwei Athleten nach dem selben Trainingsplan trainieren. Folgendes Beispiel verdeutlicht dies: Sportler A und B haben mit 40:00 min jeweils die gleiche Bestzeit über 10 km. Beide suchen sich nun einen standardisierten Plan für genau diese Bestleistung, um künftig 38:00 min laufen zu können. Dabei wird aber nicht berücksichtigt, dass Sportler A  für 5 km 18:30 min benötigt und Sportler B 30 Sekunden länger. Sportler A hat eine deutlich bessere Unterdistanzleistung. Daraus folgt, dass der Athlet seinen Fokus in den künftigen Trainingseinheiten insbesondere auf die Grundlagenausdauer sowie auf den aerob-anaeroben Übergangsbereich legen sollte, um seine Laufzeit auf 10 km zu steigern. Sportler B muss erstmal durch relativ viele anaerobe Inhalte seine Unterdistanzleistung verbessern, da er auch mindestens 18:30 min auf 5 km laufen muss, um die entsprechende Grundschnelligkeit für 38:00 min auf 10 km zu besitzen. 

 

Des Weiteren reagiert jeder Sportler anders auf Training, was v.a. vom jeweiligen Talent abhängt. Aber auch weitere Faktoren wie bspw. Lebensstil und Beruf können das Potenzial der möglichen Leistungssteigerung limitieren. Das führt in unserem oberen Beispiel dazu, dass Sportler A, der deutlich schneller regeneriert als B, höhere Umfänge und Intensitäten verkraften kann. Dadurch kann er tendenziell schneller ein besseres Leistungsniveau erreichen. 

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Flexibilität des Athleten. Standardisierte Pläne sind nur begrenzt flexibel und können meist nicht ohne weiteres umgestellt werden, da dann ein anderes Trainingsziel verfolgt werden würde. Wenn z.B.  Termine dazwischen kommen, kann der Plan nicht wie vorgegeben durchgeführt werden.  Kommt das einige Male vor, können die standardisierten Pläne im schlimmsten Falle wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Ein individueller Trainingsplan hingegen ist grundsätzlich flexibel und kann an das Zeitbudget des Athleten angepasst werden.

 

Außerdem kann ein auf den Sportler abgestimmter Plan sowohl die Stärken und Schwächen des Athleten als auch das Talent, das Zeitbudget und weitere athletenspezifische Faktoren berücksichtigen. Dies ist bei allgemeinen Plänen nicht der Fall (siehe oben). 

 

Selbst computergenerierte Trainingspläne, bei denen nach Dateneingabe des Athleten ein Plan durch eine spezielle Software generiert wird, können keinen Trainer ersetzen, da der Software und dem umsetzenden Computer das Einfühlungsvermögen fehlen. In bestimmten Phasen ist es sehr wichtig, dass die bisherige Trainingsplanung umgestellt wird. Änderungen im privaten und/oder beruflichen Umfeld können hierfür Beispiele sein. Gleiches gilt für Krankheiten oder Verletzungen. Jeder Mensch geht im physischen und v.a. psychologischen Bereich anders mit Rückschlägen um. Manche Athleten brauchen länger als andere, um sich davon zu erholen. PC und Software können das nur bedingt einschätzen. Ein Trainer kann in diesem Fall auch als Motivationshilfe tätig sein und den jeweiligen Athleten wieder aufbauen. Doch nicht nur da ist Motivation hilfreich. Viele Menschen müssen permanent in allen Trainingsphasen motiviert werden, um die optimale Leistungsfähigkeit herausholen zu können. Kombiniert mit Emotionen und Empathie können hier ungeahnte Leistungsreserven mobilisiert werden, da die Psyche des Athleten dadurch positiv beeinflusst werden kann.

 

Fazit: Ein Trainer ist essentiell, um das Maximum der eigenen Leistungsfähigkeit herauszuholen. Das optimale Leistungsniveau kann nur erreicht werden, wenn Stärken und Schwächen, Zeitbudget, Regeneration, Umfeld und die Psyche des Sportlers berücksichtigt werden. Auch computergenerierte Trainingspläne können keinen Trainer ersetzen, da die zwischenmenschlichen Fähigkeiten fehlen.

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