Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Neue Trainingsreize Teil 2: Leerlauftraining beim Radfahren

Veröffentlicht am 21.07.2016

Viele Radfahrer und Triathleten spulen jedes Jahr tausende von Kilometern ab. An Techniktraining denken jedoch die wenigsten Radsportler. Dabei können durch regelmäßige und gezielte Technikeinheiten durchaus 20-40 Watt herausgeholt werden. So ein derart hoher Leistungszuwachs ist sonst bei langjährigen Ausdauersportlern größtenteils erst nach mehreren Jahren mit systematischem Training möglich. Durch einbeiniges Fahren, Frequenzsprints, Trittfrequenzpyramiden, Rückwärtsfahren, etc. werden verschiedene Reize für Gehirn und Muskulatur gesetzt, mit dem Ziel, ein energieeffizienteres Radfahren zu ermöglichen. 

 

Eine spezielle Trainingsform ist dabei das sogenannte "Leerlauftraining". Bei dieser technikorientierten Radeinheit werden die verfügbaren Widerstände stark herabgesetzt, um möglichst hohe Trittfrequenzen zu ermöglichen. Bei einem elektrisch betriebenen Ergometer wird der Strom ausgeschalten, damit gefühlt kein Widerstand mehr vorhanden ist (außer die integrierte Schwungscheibe). Durch den sehr geringen Widerstand sind Trittfrequenzen von 150-200 Umdrehungen pro Minute bereits nach wenigen Trainingseinheiten realistisch. Natürlich sollte eine langsame Steigerung der Frequenzen erfolgen, damit keine muskulären Überbeanspruchungen aus dem Leerlauftraining resultieren.

 

Durch diese Trainingsform wird die Ökonomie der Tritttechnik geschult, weil die Kurbelumdrehungen in einer völlig neuen Geschwindigkeit absolviert werden können. Nach ein paar Einheiten arbeitet die Muskulatur effizienter, wodurch allgemein viel höhere Frequenzen in Training und Wettkampf realisiert werden können, was die Muskulatur schont. Das ist v.a. für Triathleten wichtig, da diese nach dem Radfahren noch laufen müssen. Würden die Dreikämpfer einen zu dicken Gang auflegen, wäre der Körper grundsätzlich durch die höhere muskuläre Beanspruchung beim Laufen nicht mehr leistungsfähig genug, um das Optimum herauszuholen. Auch Radspezialisten profitieren von einer hohen Trittfrequenz, da - bei entsprechender Gewöhnung - die muskuläre Ermüdung erst später einsetzt. Viele Profis wie Fabian Cancellara beweisen das. Trittfrequenzen von 100-110 Umdrehungen pro Minute sind bei Zeitfahren keine Seltenheit mehr. 

 

Selbstverständlich kann auch ein Techniktraining im Straßenverkehr erfolgen. Allerdings ist der Radfahrer hier von den äußeren Gegebenheiten abhängig. Andere Verkehrsteilnehmer, Kurven, Anstiege, Abfahrten, Ampeln, usw. verhindern oftmals ein gezieltes und technikorientiertes Training. Durch das Leerlauftraining können in der Praxis schnellere Trainingsfortschritte erzielt werden als bei dreistelligen Wattbereichen, da die höheren Trittfrequenzen Muskulatur und Gehirn mehr fordern.  

Cookie-Regelung

Diese Website verwendet Cookies, zum Speichern von Informationen auf Ihrem Computer.

Stimmen Sie dem zu?