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Interview mit Matti Köster

Veröffentlicht am 18.10.2017

 

Matti Köster ist eines der größten deutschen Talente im Ultracycling. Mit gerade mal 24 Jahren landete er beim Race Across Germany 2017 (ca. 1.100 km von Flensburg bis Garmisch) auf Platz 6 in der Gesamtwertung. Mit dem Race Across America ist damit sein Ziel in greifbare Nähe gerückt. Obwohl er etwa 10-15 Jahre vom Hochleistungsalter auf den langen Raddistanzen entfernt ist, möchte Matti sich diesen Lebenstraum in den nächsten Jahren erfüllen. 

 

Was hast du vor dem Ultracycling gemacht?

Als Kind war ich schon immer recht sportlich, habe aber keinen speziellen Sport verfolgt. Ich habe verschiedenste Sportarten ausprobiert: Judo, Kajakfahren, Baseball, Basketball usw. Aber der Grundstein zum späteren Radsport wurde schon damals von meinen Eltern gelegt. Denn am Wochenende gab es öfters die ein oder anderer Radtour.

Bevor ich für mich den Langstreckenradsport entdeckt habe, bin ich „klassisch“ Rennrad und Mountainbike gefahren. 

 

Wie bist du zum Ultracycling gekommen? 

Zum Rennradsport bzw. Ultracycling bin ich erst recht spät gekommen. Als Jugendlicher war ich so schwer erkrankt, dass ich zeitweise im Rollstuhl saß. Diese Erkrankung hatte auch meine Knie sehr in Mitleidenschaft gezogen. Damals war für mich klar, ich muss gegen meine Erkrankung ankämpfen und alles dafür tun, dass ich wieder auf ein normales Gesundheitslevel komme. Auf ärztlichem Rat begann ich mit moderatem Radfahren, um meine Knie zu stärken.

Von den anfänglichen Runden um den „Block“ steigerte ich mich ab meinem 18. Lebensjahr auf 10, 50, 100, 200, 450, 750 bis hin zu 1.100 km. 

 

Wie sieht ein beispielhafter Tag von dir aus?

Um 6:00 Uhr klingelt der Wecker. Um wach zu werden, dehne ich mich erstmal bevor ich Frühstücke. Klassischerweise esse ich immer ein selbst gemixtes Müsli aus Haferflocken, Amaranth, Leinsamen, Banane und Chiasamen.

Um 8:00 Uhr beginnt meine Schule (Studium zum Fachlehrer). Je nach Unterrichtstag habe ich zwischen 13-16 Uhr aus. Dienstags bin ich um 14:00 Uhr daheim. Nach einem kurzen Mittagessen starte ich gegen 15:00 Uhr mit dem Radtraining, das je nach Belastungswoche zwei bis fünf Stunden geht. Anschließend heißt es nur noch duschen, essen, lernen und schlafen gehen.

 

Was ist deine Lieblingseinheit?

Bis vor wenigen Monaten hätte ich ganz klar gesagt, dass die lange GA1-Einheit (vier bis elf Stunden) mit Sprints am Sonntag meine Lieblingseinheit ist. Mittlerweile macht ihr aber das Techniktraining auf dem Spinning-Bike starke Konkurrenz.

 

Du machst den Leistungssport aktuell neben einer schulischen Weiterbildung. Wie schaffst du es, alles unter einen Hut zu bringen?

Zeitmanagement, gute Freunde und eine Familie, die absolut hinter einem steht, sind die wichtigsten Faktoren, um alles unter einen Hut zu bringen. Natürlich muss man auch immer wieder Prioritäten setzen und kann nicht bei jeder Party dabei sein.

 

Wie bringst du nach intensiven Lerntagen die Energie fürs Training auf?

Ich glaube, dass ich da einen Vorteil aufgrund meiner persönlichen Geschichte habe. Denn ich kann mir ein Leben ohne sportliches Training nicht mehr vorstellen, da ich seit meinem 15. Lebensjahr damit beschäftigt bin, gesund oder mittlerweile eben fitter zu werden.

 

Welche Geheimtipps für Motivation und Zeitmanagement kannst du anderen Menschen für Sport und/oder Beruf geben? 

Zeitmanagement ist aus meiner Sicht eine einfache Planungssache, wofür man einen Kalender braucht, aber dabei sollte man nicht vergessen immer etwas Pufferzeit einzubauen und alle Zeitfresser wie Fernsehen, Social Media oder das Internet allgemein einfach wegzulassen.

Motivation hängt mit Zielen zusammen. Wenn man für sich selbst geklärt hat: Welche Ziele habe ich? Sind das wirklich meine Ziele? Und ist mir der Preis (z.B. weniger Zeit für Freunde), um dieses Ziel zu erreichen wirklich wert? Dann wird man immer eine gewisse Grundmotivation haben. Diese Basismotivation kann man natürlich stärken. Mein Tipp ist sich Verbündete zu suchen und sich eine Zielcollage zu erstellen, um die eigenen Ziele immer vor Augen zu haben.

 

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast! Ich freue mich darauf, dich im Training weiter quälen zu dürfen! :-))

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